Montag, 27. Juni 2011

Seit gestern rollt die Bällin: Frauenfußball-WM in Deutschland gestartet

Lange wurde sie erwartet, die Frauenfußball-WM im eigenen Land. Denn die deutschen Titelverteidigerinnen gehen nicht nur als hohe Favoriten in das Turnier, sondern wollen zudem auch noch Geschichte schreiben: Zwei Titel hat das gegenwärtig von Bundestrainerin Silvia Neid trainierte Team bereits bei Weltmeisterschaften erringen können. Ebenso viele wie die Mannschaft aus den Vereinigten Staaten. Wer sich in wenigen Wochen jedoch die Krone zum dritten Mal aufsetzen darf, wird als die aktuell weltbeste Nationalmannschaft in die Historie eingehen. Ein Anreiz, der insbesondere für die jungen Spielerinnen wie Alexandra Popp oder Kim Kulig wichtig sein dürfte. Sie waren bei den vergangenen Erfolgen der deutschen Fußballdamen nämlich noch nicht im Kader.

Doch nicht immer sind es nur die rein sportlichen Themen, die rund um das Länderturnier für Schlagzeilen sorgen. So erregten fünf Spielerinnen aus dem deutschen Nachwuchs einiges Aufsehen, als sie sich kürzlich leicht bekleidet im Männermagazin "Playboy" ablichten ließen. Für eine Nominierung in den WM-Kader hat es bei ihnen dennoch nicht gereicht. Ob sich das in den kommenden Jahren und insbesondere im Hinblick auf weitere Welt- und Europameisterschaften ändern wird, bleibt abzuwarten. Das deutsche Team verfügt jedoch fraglos über einen sehr talentierten Nachwuchs, der auch bei den nächsten Turnieren für einige Titel gut sein dürfte.

Allerdings sind die Tore und Triumphe bei einer Frauenfußball-WM nicht immer das Wichtigste für die Spielerinnen, die gegenwärtig aus 16 verschiedenen Ländern nach Deutschland gereist sind. Für viele von ihnen geht es darum, sich für einen Vereinswechsel und somit ein lukratives Gehalt und bessere sportliche Aussichten zu bewerben. Denn solch große Turniere gelten in der Regel als Bühne für das eigene Können. Wer sich hier entsprechend positiv darstellt, darf schon bald mit verlockenden Angeboten rechnen. Insbesondere die noch jungen, dabei allerdings sehr talentierten Fußballdamen wie Alexandra Popp dürften darin eine Möglichkeit sehen, das Hobby zum gut bezahlten Beruf zu machen. Ein Privileg also, das wahrlich nicht jedem Sportler gegeben ist.

Aber alle diese Randerscheinungen können nicht davon ablenken, dass es für die Mannschaft um Trainerin Silvia Neid letztlich nur um den WM-Titel gehen kann. Sollte das Ziel am Finaltag in Frankfurt tatsächlich erreicht werden, sind die Fotos im Playboy oder die Fragen um einen Vereinswechsel wie weggewischt. Dann nämlich gilt es, das beste Team der Welt gebührend zu feiern. Und wo sonst als in Frankfurt selbst könnte das der Fall sein? Hier, wo bereits die Nationalmannschaft der Herren ihre drei Weltmeisterschaften feierte und wo die Damen nun ebenfalls ihren dritten Triumph bejubeln könnten.