Samstag, 4. Mai 2013

Färbt der Fall Hoeneß auf den Verein ab?


Der FC Bayern, auch FC Hollywood, bietet immer wieder Gesprächsthemen. 
Neben meist positiven sportlichen Schlagzeilen gibt es allerdings auch öfter mal negatives aus privaten Bereichen der Spieler oder Funktionäre zu berichten. 
Nach den Herren Ribéry (Vorwurf der Prostitution mit Minderjährigen) und Breno (Brandstiftung) hat es nun den Präsidenten und die Seele des Vereins getroffen: Uli Hoeneß. 
Im nachfolgenden Gastbeitrag hat ChMo die aktuell wichtigsten Fakten zusammengefasst:

Nach Bekanntwerden der Selbstanzeige am 20. April von Bayern-Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerbetrugs ist schon so einiges passiert. Hoeneß selbst scheint es offenbar tatsächlich an die Nieren zu gehen, so berichtet er doch von massiven Schlafproblemen, seinem schlechten Gewissen und dem Gedanken, den er nicht ertragen kann: dass das Ganze auch für sein Umfeld, sprich Familie und Verein, Konsequenzen hat.

Ein Ende mit Schrecken?

Wie das Leben so spielt, überschlagen sich manchmal die Ereignisse im Guten wie im Schlechten gleichermaßen. So geschieht es im Moment mit dem momentan stärksten Verein Deutschlands und einem vielleicht sogar europaweit besten Verein. Während die Bayernfans gerade versuchen, sich noch die letzten Champions League 2013 Finale Tickets unter den Nagel zu reißen, da die Bayern gestern mit einem erneut unvergleichlich guten Ergebnis gegen Barcelona auftrumpften, baut der Präsident der gleichen Mannschaft einfach nur ganz großen Mist.

Die TAZ titelte am heutigen Tage nach einem Interview mit dem Bayernpräsidenten, er habe nicht damit gerechnet, dass so viel noch passieren kann, und schon gar nicht habe er gedacht, dass trotz der Selbstanzeige, die er am 20. März einreichte, er genau einen Monat später sich nicht mehr als Teil der Gesellschaft fühlen würde. Bei der Medienflut, die im Moment auf ihn niederprasselt, ist es zwar eine nette Geste von Bayerntrainer Uli Hoeneß, ihm den gestern erfolgten Sieg über Barcelona zu widmen, aber alles in allem wird er wohl kein solch wichtiges Amt mehr bekleiden können.
Zu schaffen macht ihm auch, dass trotz dieses schwerwiegenden Schrittes, den er gewagt hat, die Staatsanwaltschaft dann doch vor seiner Tür stand. Vom Haftbefehl konnte er sich mit einer schönen Stange Geld, angeblich in Millionenhöhe, freikaufen. In dieser Situation, so kann man annehmen, hat er begriffen, dass Steuerbetrug keinesfalls als Kavaliersdelikt angesehen wird, und dass ihn noch so einiges bevorsteht.

Was ist mit den Bayern?

Nun ist die Frage: kann Bayern München einen solchen Präsidenten in seiner Führungsriege überhaupt dulden? Immerhin könnte auch jemand auf die Idee kommen, mal zu schauen, ob die nicht versteuerten Gewinne aus Börsenspekulationen auch zugunsten des Vereins auf dem berühmten Schweizer Bankkonto gelandet sind. Hoeneß betont vehement, dass die Bayern damit überhaupt nichts zu tun gehabt hätten und dass das alles allein auf seinem Mist gewachsen und damit auch in seiner alleinigen, privaten Verantwortung ist. Wir persönlich glauben ihm, dass der Verein sich tatsächlich nur aus Spielertransfers, Werbung, Verkauf von Sporttickets, Merchandising usw. finanziert. So viel sollte er an seinem Verein hängen, dass er sich sicher sein muss, die Bayern nicht mit in die Negativschlagzeilen zu ziehen und ihnen nicht zu schaden.

Ende der Karriere

Mittlerweile denkt der Steuersünder ernsthaft über den Rücktritt von seinem Amt nach, was er am Sonntag noch abstritt, betont allerdings, dass er auf keinen Fall vor dem Champions League Finale am 25. Mai diesen Schritt vollziehen werde.
Am 6. Mai wird er Gelegenheit bekommen, sich zu der mittlerweile erfolgten Aufforderung des Kontrollgremiums der FC Bayern AG zu äußern, bis zur „Klärung der Angelegenheit das Amt ruhen zu lassen“. Ob der Fall Hoeneß letzten Endes noch Konsequenzen für den Verein hat, bleibt abzuwarten, wobei eventuell die Aufsichtsratsitzung am Montag nähere Einblicke gewähren wird.

        

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